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Nachdem ich zu meinem christlichen Glauben gefunden habe, befragte ich den damaligen "Pfarrer im Netz", Herrn Helwig Wegner-Nord, ob außerehelicher Geschlechtsverkehr eine Sünde sei. Und er antwortete: "Weder ehelicher noch außerehelicher Geschlechtsverkehr ist eine Sünde." Wie ich denn darauf käme? Sex gehöre ziemlich zentral zum Leben dazu und habe mit Sünde nichts zu tun. Natürlich könne man sündhaft Sex haben: indem man jemanden zu etwas zwinge oder jemandem falsche Versprechungen mache, um "ans Ziel" zu kommen, oder wenn man seinen Partner betrüge. Das mache aber keinen Unterschied, ob es nun ehelich oder außerehelich geschehe.

 

Ich selbst sehe es ganz einfach auch so, dass man die Bibel immer auch im zeitgeschichtlichen Kontext lesen muss. Jesus hat in die damalige Zeit hinein gesprochen. Die Ehe war damals eine soziale Absicherung, vor allem der Frau. Sie war "am Ende", wenn sie alleine war. Mädchen wurden in der Regel vor dem 15. Lebensjahr (mit 13,14) schon verlobt. Das kann man mit der heutigen Zeit nicht mehr vergleichen.

Wir Christen betonen gerne, dass wir nicht mehr unter dem Gesetz stehen, dass wir also nicht religiös sind. Uns ist nichts verboten, uns ist nur nicht alles dienlich. Und ich persönlich glaube nicht an einen Gott, der uns Vorschriften macht, die einzuhalten sind, nur um der Vorschrift Willen. Jesus hat selbst gesagt, dass das Gesetz für den Menschen da ist, nicht der Mensch für das Gesetz. Sex zieht immer Verantwortung nach sich; Sex und Verantwortung gehören zusammen. Gerade auch evangelisch sein, heißt verantwortungsvoll zu handeln. Es spielt insofern keine Rolle, ob diese Verantwortung vor/außerhalb oder innerhalb einer Ehe übernommen wird.